Passion 2018-12-20T12:24:37+00:00

DAS INTERVIEW

Frage:
In Ihrem Haus findet sich eine beachtliche Sammlung von blauen, grünen und gelben Saphiren. Wie kam es dazu?

Antwort:
Dieser außergewöhnliche Edelstein, der Saphir, in so erstaunlicher Farbvielfalt in der Natur vorhanden, ist Auslöser der Sammelleidenschaft meines Vaters und mir.

Frage:
Was hebt den Saphir von anderen Edelsteinen ab?

Antwort:
Die Farbe und die Brillanz. Kein anderer Edelstein zeigt nur annähernd so viele Blautöne und vergleichbare Brillanz. Als wichtiger Vertreter der Korundgruppe gehört er zu den härtesten Mineralien, die in der Natur vorkommen.

Frage:
Kunden und Interessenten aus aller Welt besuchen Ihr Haus wegen Ihrer speziellen Fachkompetenz. Welchen Nutzen können Ihre Kunden daraus ziehen?

Antwort:
Durch das jahrelange Aneignen von Wissen und Erfahrung bei der Anfertigung von Juwelen lassen sich so Lösungen finden, die den Wünschen und Anforderungen unserer Kunden besser gerecht werden.

Frage:
Ein großes Thema bleibt die Tradition Ihres Hauses, wie wird diese gelebt?

Antwort:
Tradition bedeutet, die einflussreiche Geschichte des Hauses WRANA in der Zukunft weiterzuführen.

Frage:
Die Reise, Ihre erste nach Colombo, wie hat diese Sie und Ihre Passion geprägt?

Antwort:
Mein Vater hat über viele Jahre bereits erstklassige Kontakte zu Saphirhändlern in Colombo / Sri Lanka aufgebaut, als wir zum ersten Mal gemeinsam diese Reise starteten. Es war Mitte Mai 1988, als wir bei sintflutartigen Regenfällen in Colombo landeten. Ein Chauffeur unseres Händlers führte uns dann unter abenteuerlichen Umständen zum Hotel. Die Hauptzufahrtsstraße nach Colombo war leicht gewölbt gebaut, so dass die größeren Fahrzeuge auf der Fahrbahn zunächst frontal aufeinander zufuhren und erst kurz vor einer möglichen Kollision jeweils nach links auswichen, um aneinander vorbeizufahren. Am Straßenrand – kurz vor der Einfahrt in die Stadt- jedoch tummelten sich zahllose Fuhrwerke, Mopeds und Fußgänger, die bei strömendem Regen und fast knietiefem Wasser versuchten irgendwie voranzukommen. In den Slums, durch die man durchfahren musste, um in die Stadt zu kommen, verdichtete sich das ganze Straßenbild noch weiter bis es gar kein Weiterkommen mehr gab. Das ganze Leben auf der Straße wurde bis zum vollkommenen Erliegen unter Wasser gesetzt. Irgendwann erreichten wir dann unser Hotel. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, wurden wir ein paar Stunden später wieder abgeholt, um einen der Händler aufzusuchen. Sein Büro war in einem Geschäft untergebracht, das nach außen wir ein Souvenirladen aussah. Man musste an zahlreichen Regalen mit geschnitzten Holzelefanten und schön verzierten Tonschalen vorbei, um zu dem Büro zu gelangen. Dort erst wurde zunächst einmal Tee serviert und das Wetter kommentiert. Die Familie des Händlers besaß mehrere Saphirminen im Gebiet um Ratnapura. Die dort gefundenen Steine wurden in der eigenen Schleiferei bearbeitet und anschließend hier verkauft. Unser Händler empfing uns an einem großen mit Schnitzereien verziertem Teakholztisch. Aus einem kleinen Tresor, der in den Tisch eingebaut war, holte eine längliche Schachtel mit sorgfältig geordneten Papiertaschen. Unbeschreiblich, was sich da auftat: eine unglaubliche Vielfalt an Farbtönen, und Größen verschiedenster Saphire: tiefblaue, leicht violette, ein paar honiggelbe und sogar wenige rosafarbene Saphire waren in den Päckchen der Größe nach geordnet zu sehen. Dieses Angebot bestand aus vielen Einzelsteinen, wo kaum zwei gleichgroße oder gleichfarbige zu finden waren. Dieses ganze Lager bestand aus ungebrannten, d.h. thermisch unbehandelten Saphiren, unschätzbare Werte! All diese Eindrücke und Erfahrungen haben dann im Laufe der nächsten Tage eine Passion ausgelöst, die bis heute lebt.